10. August 2016

Lektüreempfehlung: Cheaponomics

"Billig" ist ein ambivalentes Wort: Es kann bedeuten, dass etwas einen niedrigen Preis hat, es kann aber auch heißen (und diese Bedeutung schwingt immer mit), dass etwas von schlechter Qualität oder unlauter ist ("billiger Trick"). Diese Doppelbedeutung hat sich der amerikanische Soziologe Michael Carolan für den Titel seines Buches "Cheaponomics. Warum billig zu teuer ist" zunutze gemacht (Original 2014, deutsche Übersetzung im oekom verlag 2015, Lizenzausgabe für die bpb 2016).

Cheaponomics ist der ambitionierte Versuch einer ganzheitlichen Sicht auf unser Wirtschaftssystem, auf Konsumwahn, Kostensozialisierung und Wegwerfmentalität. Auf der Website der bpb wird das Buch folgendermaßen beschrieben:
"Dumping-Preise auf Elektronikartikel, billige Lebensmittel, Plastiktüten. Was für Konsumenten annehmlich zu sein scheint, verursacht hohe gesellschaftliche und ökologische Kosten. Der Soziologe Michael Carolan zeigt auf, welche Mechanismen hinter der Billig-Ökonomie stecken und wer den wahren Preis für zu günstige Konsumgüter bezahlt. (...) [Er] durchleuchtet die Ökonomie, die hinter dem Billigkonsum steckt. Er kritisiert insbesondere, dass Unternehmen immer mehr Kosten externalisieren und somit letztlich sozialisieren – also der Gesellschaft aufbürden. Waren, so Carolan, könnten deshalb so günstig angeboten werden, weil den wahren Preis andere bezahlen. So zeigt dieses Buch die Schattenseiten der Konsumwelt auf: Rohstoffabbau in Konfliktgebieten, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, verschwenderischer Umgang mit Ressourcen, hoher CO2-Ausstoß, Müllberge und die Verfestigung sozialer Ungleichheit. Dem setzt Carolan ein Verständnis von Wohlstand entgegen, das sich nicht mehr allein an Wachstum, Konsum und Produktivität orientiert."
Von den vielen Rezensionen seien die beiden folgenden empfohlen, die zusammen einen guten Eindruck von dem äußerst lesenswerten Buch vermitteln:

8. August 2016

Earth Overshoot Day

Bis heute haben die Ressourcen der Erde für dieses Jahr bei nachhaltiger Nutzung gereicht. Dafür steht der Earth Overshoot Day, der in diesem Jahr vom Global Footprint Network (GFN) auf den 8. August berechnet wurde. Von den zahlreichen aus diesem Anlass erschienenen Berichte seien die folgenden beiden empfohlen:
  • Nora Marie Zaremba: Heute hat die Menschheit ihre Ressourcen aufgebraucht (Wirtschaftswoche)
  • Dagmar Dehmer: Eine Welt ist nicht genug (Zeit)

31. Mai 2016

Bedeutung der Meere - Erklärfilm

Ein neuer WissensWerte-Film beschäftigt sich mit dem Thema Meer und Meeresschutz. Mehr Informationen zum Projekt WissensWerte finden Sie unter www.wissenswerte.e-politik.de.

11. Mai 2016

Animation zur Erderwärmung

Die folgende Animation zeigt die Durchschnittstemperaturen der letzten 150 Jahre. Sie wurde von dem Klimaforscher Ed Hawkins und dem Grafiker Jan Fuglestvedt erstellt und basiert auf Daten des britischen Wetterdienstes.

17. März 2016

Neuer TED Talk von Al Gore zum Klimawandel

Seit vielen Jahren zählt Al Gore weltweit zu den wichtigsten Protagonisten in der Debatte um Klimawandel und Klimaschutz. Bekannt wurde er durch den aufrüttelnden Film und das Buch "Eine unbequeme Wahrheit". Regelmäßig tritt er mit sehenswerten Präsentationen bei TED Konferenzen auf (TED Speaker Al Gore):
  • "Averting the climate crisis" (2006)
  • "New thinking on the climate crisis" (2008)
  • "What comes after An Inconvenient Truth" (2009)
Seit wenigen Tagen ist ein neuer TED Talk zugänglich, der einerseits aufzeigt, wie katastrophal sich die Dinge entwickeln, der aber andererseits den Schwerpunkt darauf legt, zu zeigen, dass es Grund zum Optimismus gibt, v.a. wenn man auf die Entwicklung erneuerbarer Energien blickt:

4. März 2016

Nachhaltige Ernährung durch fish farming

In diesem TED Talk spricht sich Mike Velings für fish farming aus, seiner Einschätzung nach die einzige Möglichkeit, die Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren:

8. Februar 2016

Nachhaltiges Wassermanagement

In einem knapp 14-minütigen TED Talk stellt David Sedlak (am Beispiel Kaliforniens, einem stark von Dürre betroffenen Gebiet) die vier Elemente eines nachhaltigen Umgangs mit Wasser vor:

13. Dezember 2015

Nachhaltige Weihnachten

Das Verbraucherportal "Der Nachhaltige Warenkorb" des Rates für Nachhaltige Entwicklung hat Tipps für ein nachhaltiges Weihnachtsfest veröffentlicht. In der Pressemitteilung werden die folgenden zehn Punkte genannt:
1. Umweltfreundliches Flackern: Gemütlicher Kerzenschein klingt harmlos, aber Kerzen werden häufig aus Erdöl (Paraffin) oder Palmöl (Stearin) hergestellt. Und dafür werden Regenwälder gerodet. Eine gute Alternative sind Bienenwachskerzen. Kerzen aus nachhaltig produziertem Stearin sind auch okay.
2. Grüne Erleuchtung: Damit die Stromrechnung einem nach dem Fest nicht die Stimmung vermiest, vorher in LED-Lichtschmuck investieren. LED-Lampen verbrauchen bis zu 85 Prozent weniger Energie als die alten Lichterketten mit Glühbirnen. Die Lichter sollten am besten mit Ökostrom brennen.
3. Faire Versuchung: Schokoweihnachtsmann ist nicht gleich Schokoweihnachtsmann. Wer fair gehandelte Schokolade kauft, unterstützt die Kakaobauern und sorgt dafür, dass sie mit dem Anbau auch ihre Familie ernähren können. Einfach beim Einkauf nach dem Fairtrade-Siegel schauen.
4. Tschüss Konsumterror! Shoppen, shoppen, shoppen? Oder: Einfach keinen unnötigen Krempel schenken. Langlebige, persönliche Geschenke machen am meisten Freude – vielleicht findet man die im Second-Hand. Mindestens genauso wertvoll: geschenkte Zeit.
5. Den Förster von nebenan kennenlernen: Kein Baum ist auch keine Lösung. Statt gespritzter und schnell gewachsener Bäume von Plantagen lieber ungespritzte Fichten, Tannen oder Kiefern bei regionalen Forstbetrieben kaufen. Noch eine Stufe höher auf der Ökoleiter: Regionale Öko-Weihnachtsbäume mit Siegel kaufen (z. B. EU-Biosiegel, FSC, Bioland, Naturland).
6. Futter für Naschkatzen statt Lametta: Ein bisschen weniger Bling-Bling: Den Weihnachtsbaum mit selbst gebastelten Papiersternen und Zapfen aus dem Wald schmücken. Oder gleich auf essbare Weihnachtsdeko setzen: Selbst gebackene Plätzchen oder Lebkuchen, echte Äpfel, Fruchtringe oder Schokokringel aufhängen.
7. Bahn statt Brummbrumm: Familie und Freunde wohnen nicht unbedingt um die Ecke. Für den Weg zum Fest möglichst den Bus oder die Bahn nehmen - und einfach mal Autofasten. Jede Bahnfahrt erspart der Umwelt im Vergleich zur Fahrt mit dem Auto mehr als zwei Drittel des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Von Inlandsflügen ganz zu schweigen.
8. Festtagsmenü: klimafreundlich, nicht freudlos: Für den Festtagsschmaus Bio-Lebensmittel wählen. Noch besser ist's, wenn die noch aus der Region kommen. Am besten fürs Klima ist ein vegetarisches Menü. Wer nicht auf die Weihnachtsgans oder den Braten verzichten möchte, sollte nicht sparen, sondern ein paar Euro mehr ausgeben und ökologisch und regional erzeugtes Fleisch kaufen.
9. Kein Fest für die Tonne: Braten, Klöße, Plätzchen – nach dem Fest landen wertvolle und liebevoll zubereitete Lebensmittel häufig in der Tonne. Dagegen hilft: Weniger einkaufen, Reste abkühlen lassen und dann schnell in den Kühlschrank stellen, und am Tag danach Restemenüs zaubern. Weitere Möglichkeiten: Reste einfrieren oder Gästen als Gastgeschenk mitgeben.
10. Nix müssen: Das Weihnachtsfest sollte nicht zum Dauerstress ausarten. Auch nicht, weil das Fest auf Teufel komm raus ökologisch korrekt sein soll. Genießen. Pause machen. Innehalten. Sich selber und seinen Liebsten Zeit schenken.

4. Dezember 2015

Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit

Die "Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit" (www.va-bne.de) der Universität Bremen bietet 14 videobasierte Lehrveranstaltungen zu verschiedenen Themen rund um nachhaltige Entwicklung, die kostenfrei belegt und im Selbststudium bearbeitet werden können. Es handelt sich u.a. um folgende Themen:
  • Weltfinanzsystem und Nachhaltigkeit
  • Technik, Energie und Nachhaltigkeit
  • Menschliche Ernährung und ökologische Folgen
  • Weltbevölkerung und weltweite Migration
  • Sustainability Marketing
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Civic Ecology
  • Nachhaltige Entwicklung
  • Klimaschutz und Klimaanpassung 2.0
  • Nachhaltigkeit und Unternehmensführung

24. November 2015

Konsum und Nachhaltigkeit - Erklärfilm

Gestern ist ein neuer WissensWerte-Film erschienen. Er beschäftigt sich mit dem Thema „negative Externalitäten“. Die Produkte, die wir konsumieren, sind zu billig und verleiten uns so dazu, besonders viel zu kaufen. Damit werden Probleme wie Klimawandel, Artensterben, Umweltverschmutzung, Armut und Unterentwicklung verstärkt. Mehr Informationen zum Projekt WissensWerte finden Sie unter www.wissenswerte.e-politik.de

8. November 2015

Gut leben statt Wachstum und Entwicklung

Mit der Diskussion um décroissance bzw. Postwachstumsgesellschaft haben wir uns in diesem Blog schon mehrfach befasst (z.B. hier, hier und hier). Nun hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) das neue Buch von Barbara Muraca ins Programm aufgenommen. Der schmale Band mit dem Titel "Gut leben. Eine Gesellschaft jenseits des Wachstums" bietet einen gelungenen Überblick über das Thema und kann hier bestellt werden. Die Beschreibung auf der bpb-Website liest sich folgendermaßen:
"Volkswirtschaften sind an Wettbewerb und Wachstum ausgerichtet. Zugleich mehren sich die Anzeichen, dass zentrale globale Probleme sich ökonomischen Lösungen entziehen: Das gilt für Forderungen nach einem gerechten Umgang mit Gütern ebenso wie für Fragen des Umweltschutzes, der Nachhaltigkeit oder der Partizipation. Welche Wege führen aus der Krise, welche Konzepte versprechen ein gutes Leben für möglichst alle Menschen? Wie weit können, müssen oder wollen wir in bestehende Strukturen eingreifen? Die Philosophin Barbara Muraca verweist auf die weltweite Postwachstumsbewegung und zeigt eine Vielzahl teils utopisch anmutender Stellschrauben der Veränderung auf. Sie lassen sich mit Regionalisierung, Demokratisierung, Entschleunigung, Vergemeinschaftung, mit Nachhaltigkeit und Rückbesinnung umreißen. Das Buch wirft Fragen auf und regt zum Nachdenken an."

3. November 2015

Social Progress Index und die neuen Global Goals

Im September 2015 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDG = Sustainable Development Goals) verabschiedet, die bis 2030 erreicht werden sollen (siehe www.globalgoals.org). Sie lösen die Millennium-Entwicklungsziele ab (2001-2015). Michael Green setzt die Global Goals in Beziehung zu seinem Social Progress Index, der hier im Blog bereits vorgestellt wurde (siehe hier):

14. Oktober 2015

Klimawandel und Menschenrechte

Mary Robinson, ehemalige irische Präsidentin (1990-1997) und Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen (1997-2002), bezeichnet 2015 als entscheidendes Jahr für den Kampf gegen den Klimawandel und bezeichnet ihn als "die größte Bedrohung für die Menschenrechte im 21. Jahrhundert":

13. Oktober 2015

41. BDIH Kosmetikfachtagung

Die Kosmetikfachtagung des BDIH findet am 01.12. und 02.12.2015 in Mannheim statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie in den folgenden Dokumenten:

Einladung [pdf, 161 kb]
Anmeldung [pdf, 59 kb]
Programm Tagung [pdf, 88 kb]
Programm Workshop [pdf, 30 kb]