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22. April 2018

Bücher zum Thema Nachhaltigkeit bei der bpb

In der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sind in den letzten Wochen mehrere thematisch einschlägige Bücher erschienen:

Annemieke Hendriks (2018), Tomaten. Recherchen auf dem globalisierten Nahrungsmittelmarkt (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Tomaten sind beliebt, aber unverarbeitet nicht lange haltbar. Hierzulande wird zumeist niederländische Ware angeboten. Auch in Osteuropa dominieren Tomaten niederländischer Produktion – obgleich das warme Klima in vielen Gegenden Rumäniens, Bulgariens, Ungarns oder Polens eine regionale Produktion zulässt. Große Teile der spanischen Tomatenernte wiederum werden in den Niederlanden oder anderswo mehrfach umgepackt und teilweise wieder spanischen Verbrauchern angeboten. Die Ware Tomate, so das Fazit der niederländischen Journalistin Annemieke Hendriks nach ihrer Recherche in ganz Europa, spiegelt beispielhaft einen grotesk anmutenden, globalisierten Lebensmittelmarkt, der hinsichtlich der Produktion und der Vertriebslogistik vielfach die Gewinnmaximierung ökologischen, gesundheitlichen und ethischen Kriterien überordnet. Hendriks hinterfragt zudem die Monopolstrukturen in der Saatgutproduktion, aber auch die Mentalität der Verbraucher, die sich häufig von Schlagworten wie Nachhaltigkeit oder Regionalität blenden ließen.
Michael Kopatz (2018), Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Niemand muss das Rad neu erfinden, um ressourcenschonender zu leben: Unser Alltag bietet zahlreiche Gelegenheiten, und viele Menschen sind auch dazu bereit. Jedoch sei auch im großen Maßstab, so Michael Kopatz, Nachhaltigkeit mit Blick auf Generationengerechtigkeit und den immer noch wachsenden Ressourcenverbrauch nicht nur möglich, sondern zwingend geboten. Um bei Konsum und Wohnen, bei Arbeit, Produktion und Verkehr, im Agrarsektor, in der Energieversorgung und der Abfallwirtschaft im Sinne einer ökologisch vertretbaren Praxis umzusteuern, bedürfe es einer Vielzahl auch gesetzlicher Anreize. Eine in diesem Sinne engagierte Politik könne dazu beitragen, den vielfach vorhandenen guten Willen in die Tat umzusetzen, damit nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsformen zur Selbstverständlichkeit werden. Kopatz kommt ohne moralische oder pädagogische Zeigefinger aus und misst seine Vorschläge an der Realität. Entscheidend sei, dass es gelinge, die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg in eine "Ökoroutine".
Susanne Dohrn (2018), Das Ende der Natur. Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Raubbau in Deutschland? Was wir anderswo in der Welt anprangern, geschieht auch vor unserer Haustür: Aus Profitstreben oder Rationalisierungsdruck haben sich hierzulande landwirtschaftliche Strukturen etabliert, die Boden, Luft und Wasser schädigen. Monokulturen und Pestizideinsatz führen, weithin ignoriert, zum dramatischen Rückgang der Artenvielfalt, insbesondere bei Insekten und Vögeln, und verwandeln Landschaften in Agrarwüsten. Vielfach fehlt es an Wissen um solche schwerwiegenden Auswirkungen agrarindustrieller Nutzung, zuweilen auch am guten Willen, anders und umweltgerechter zu wirtschaften. Susanne Dohrn verbindet die ökologische Lupe mit dem Blick auf bundesweite Strukturen: Sie erläutert die Folgen der Landschaftsverarmung und Überdüngung, des Herbizid- und Pestizideinsatzes, spricht mit Produzenten, Lobbyisten, Aktivisten und Forschenden in Landwirtschaft und Umweltschutz. Ihr Buch setzt sich für ein Umdenken in der Agrarpolitik ein, das, so die Autorin, nicht nur geboten, sondern im Interesse von Mensch und Umwelt unabdingbar sei.

26. November 2016

Reader zur Postwachstumsgesellschaft

Unter dem Titel "Mehr geht nicht!" hat die Zeitschrift "Blätter für deutsche und internationale Politik" einen Postwachstums-Reader herausgegeben:
"Obwohl der globale Klimawandel immer bedrohlichere Ausmaße annimmt, was immer mehr Menschen zum Verlassen ihrer Heimat zwingen wird, scheinen wir unfähig, diesem Menschheitsproblem wirksam zu begegnen. (...) Doch eine wachsende Bewegung will sich mit diesem Fatalismus nicht abfinden. Die Befürworter der Décroissance, des Postwachstums, hinterfragen das westliche Wachstumsmodell radikal – in Theorie und Praxis.Was heißt heute Wohlstand und wie wäre ein Ausstieg aus der Wachstumslogik möglich? Die „Blätter für deutsche und internationale Politik“ haben sich dieser Fragestellung von Beginn an gewidmet. Dieser Reader versammelt die zentralen Aufsätze der vergangenen Jahre."
Die Beiträge im Reader behandeln so gut wie alle Ansätze, die in der Diskussion sind (von Urban Gardening bis zur Sharing Economy, von Genossenschaften bis zur Green Economy), und sind in fünf Teile untergliedert:
  • Wir konsumieren uns zu Tode
  • Der Krieg gegen die Erde
  • Grünes Wachstum, des Rätsels Lösung?
  • Raus aus der Wachstumsmühle
  • Her mit dem guten Leben

8. September 2016

Abschied von fossilen Brennstoffen in Costa Rica

Eben erst wurde Costa Rica hier im Blog erwähnt als Spitzenreiter im Happy Planet Index, schon kommt die nächste Meldung mit dem sympathischen kleinen Staat im Titel. Dieses Mal geht es um die dortige Energiewende, die nun auch den Transportsektor von fossilen Brennstoffen befreien möchte. Einmal mehr kann Costa Rica zum Vorbild (nicht nur) für andere Entwicklungsländer werden:

2. September 2016

"Intelligent wachsen" und "Global Gardening"

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat Nachhaltigkeit zu einem thematischen Schwerpunkt ihrer Schriftenreihe gemacht. Davon zeugen zahlreiche Veröffentlichungen, die in diesem Blog vorgestellt wurden (zuletzt "Cheaponomics"). Nun sind nochmals zwei thematisch einschlägige Bücher ins Programm aufgenommen worden:

Ralf Fücks: Intelligent wachsen. Die grüne Revolution (Bestellung für 4,50 €) - Beschreibung auf der bpb-Website:
Geht es weiter wie bisher? Oder zwingen die globalen Herausforderungen nicht eigentlich längst zum Umdenken? Welche Konzepte, welche Ideen weisen in eine Zukunft, in der Innovation, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit keine Gegensätze mehr sind? Und: Sind sie Utopie oder doch, im Interesse der Menschheit, umsetzbar?
Die Ressourcen der Erde sind endlich. Nur ein Teil der Menschheit profitiert von ihnen und ihre Nutzung kommt vielfach Raubbau gleich. Wie lassen sich die Prosperitätserwartungen, nicht nur in den reichen Staaten, mit den globalen Herausforderungen in ökologischer, ökonomischer, aber auch sozialer Hinsicht in Einklang bringen? Ralf Fücks sieht die Zukunft der Menschheit in einer Ökonomie, die ihre Grundlagen – Boden, Wasser, Luft und Lebewesen – ebenso nachhaltig wie innovativ nutzt. Dies setze, so Fücks, ein Umdenken voraus: Nicht Ausbeutung, kurzfristiger Nutzen und Gewinnmaximierung, sondern langfristig tragbare, effiziente und gerechte Lösungen seien geboten. Nicht nur Produzenten und Konsumenten, zumal hierzulande, sieht Fücks in der Pflicht zum Umdenken. Auch die nationale und internationale Politik müsse den Wandel moderieren, gestalten und verteidigen. Nur dann sei weltweit gerechter, ressourcenkonformer Wohlstand möglich.
Christiane Grefe: Global Gardening. Bioökonomie - Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft? (Bestellung für 4,50 €) - Beschreibung auf der bpb-Website:
Bioökonomie? Klingt gut, aber wie ist das Verhältnis zwischen Bio und Ökonomie dabei? Bedeutet der Begriff Wirtschaften im Einklang mit den Ressourcen der Erde? Oder tarnt sich hier weiterer Raubbau in neuem Gewand? Christiane Grefe geht diesen Fragen auf den Grund.
Welches Potenzial hat Bioökonomie? Der Begriff weckt Assoziationen intelligenten Wirtschaftens im Einklang mit den Ressourcen der Erde. Zugleich schwingt in ihm die immer raffiniertere, nahezu vollständig profitorientierte Beherrschung von Pflanzen und Tieren, Böden und Gewässern bis in den letzten Winkel der Erde mit. Wer hat welche Interessen und Ziele im Sinn, wenn von Bioökonomie die Rede ist? Welche Werte, Zustände oder Errungenschaften gilt es im Blick zu halten? Welche der so unterschiedlichen wie gegensätzlichen Konzepte der Bioökonomie zielen auf Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit? Welche können den globalen sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen gerecht werden? Welche wären lediglich Raubbau im neuen Gewand? Wer wäre Nutznießer, wer Verlierer? Christiane Grefe lässt viele Akteure auf dem weiten Feld der Bioökonomie zu Wort kommen. Sie nähert sich differenziert und abwägend dem überaus komplexen Geflecht aus Anforderungen, Interessen, Möglichkeiten und Risiken des zukünftigen Wirtschaftens auf der Erde.

31. August 2016

Costa Rica führt den Happy Planet Index an

Dass es nicht nur blödsinnig, sondern auch gefährlich ist, Fortschritt mit dem BIP (= Bruttoinlandsprodukt) messen zu wollen, war immer wieder Thema hier im Blog. Neben dem Social Progress Index, der hier bereits vorgestellt wurde, bildet der Happy Planet Index einen alternativen Wohlstandsindex. Die Wirtschaftswoche berichtet unter der Überschrift "Umweltschutz und Glück sind kein Widerspruch" darüber:
Beim Blick auf die kürzlich vorgestellten Ergebnisse der aktuellen Studie zeigt sich wiederholt ein interessantes Bild: Nicht der fortschrittliche Westen und allen voran die Skandinavier belegen die vorderen Plätze, sondern die Top 10 bestimmen ausschließlich Staaten aus Lateinamerika und dem Asien-Pazifik-Raum. Zum dritten Mal unangefochten an der Spitze: Costa Rica.

10. August 2016

Lektüreempfehlung: Cheaponomics

"Billig" ist ein ambivalentes Wort: Es kann bedeuten, dass etwas einen niedrigen Preis hat, es kann aber auch heißen (und diese Bedeutung schwingt immer mit), dass etwas von schlechter Qualität oder unlauter ist ("billiger Trick"). Diese Doppelbedeutung hat sich der amerikanische Soziologe Michael Carolan für den Titel seines Buches "Cheaponomics. Warum billig zu teuer ist" zunutze gemacht (Original 2014, deutsche Übersetzung im oekom verlag 2015, Lizenzausgabe für die bpb 2016).

Cheaponomics ist der ambitionierte Versuch einer ganzheitlichen Sicht auf unser Wirtschaftssystem, auf Konsumwahn, Kostensozialisierung und Wegwerfmentalität. Auf der Website der bpb wird das Buch folgendermaßen beschrieben:
"Dumping-Preise auf Elektronikartikel, billige Lebensmittel, Plastiktüten. Was für Konsumenten annehmlich zu sein scheint, verursacht hohe gesellschaftliche und ökologische Kosten. Der Soziologe Michael Carolan zeigt auf, welche Mechanismen hinter der Billig-Ökonomie stecken und wer den wahren Preis für zu günstige Konsumgüter bezahlt. (...) [Er] durchleuchtet die Ökonomie, die hinter dem Billigkonsum steckt. Er kritisiert insbesondere, dass Unternehmen immer mehr Kosten externalisieren und somit letztlich sozialisieren – also der Gesellschaft aufbürden. Waren, so Carolan, könnten deshalb so günstig angeboten werden, weil den wahren Preis andere bezahlen. So zeigt dieses Buch die Schattenseiten der Konsumwelt auf: Rohstoffabbau in Konfliktgebieten, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, verschwenderischer Umgang mit Ressourcen, hoher CO2-Ausstoß, Müllberge und die Verfestigung sozialer Ungleichheit. Dem setzt Carolan ein Verständnis von Wohlstand entgegen, das sich nicht mehr allein an Wachstum, Konsum und Produktivität orientiert."
Von den vielen Rezensionen seien die beiden folgenden empfohlen, die zusammen einen guten Eindruck von dem äußerst lesenswerten Buch vermitteln:

8. August 2016

Earth Overshoot Day

Bis heute haben die Ressourcen der Erde für dieses Jahr bei nachhaltiger Nutzung gereicht. Dafür steht der Earth Overshoot Day, der in diesem Jahr vom Global Footprint Network (GFN) auf den 8. August berechnet wurde. Von den zahlreichen aus diesem Anlass erschienenen Berichte seien die folgenden beiden empfohlen:
  • Nora Marie Zaremba: Heute hat die Menschheit ihre Ressourcen aufgebraucht (Wirtschaftswoche)
  • Dagmar Dehmer: Eine Welt ist nicht genug (Zeit)

31. Mai 2016

Bedeutung der Meere - Erklärfilm

Ein neuer WissensWerte-Film beschäftigt sich mit dem Thema Meer und Meeresschutz. Mehr Informationen zum Projekt WissensWerte finden Sie unter www.wissenswerte.e-politik.de.

17. März 2016

Neuer TED Talk von Al Gore zum Klimawandel

Seit vielen Jahren zählt Al Gore weltweit zu den wichtigsten Protagonisten in der Debatte um Klimawandel und Klimaschutz. Bekannt wurde er durch den aufrüttelnden Film und das Buch "Eine unbequeme Wahrheit". Regelmäßig tritt er mit sehenswerten Präsentationen bei TED Konferenzen auf (TED Speaker Al Gore):
  • "Averting the climate crisis" (2006)
  • "New thinking on the climate crisis" (2008)
  • "What comes after An Inconvenient Truth" (2009)
Seit wenigen Tagen ist ein neuer TED Talk zugänglich, der einerseits aufzeigt, wie katastrophal sich die Dinge entwickeln, der aber andererseits den Schwerpunkt darauf legt, zu zeigen, dass es Grund zum Optimismus gibt, v.a. wenn man auf die Entwicklung erneuerbarer Energien blickt:

4. März 2016

Nachhaltige Ernährung durch fish farming

In diesem TED Talk spricht sich Mike Velings für fish farming aus, seiner Einschätzung nach die einzige Möglichkeit, die Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren:

8. Februar 2016

Nachhaltiges Wassermanagement

In einem knapp 14-minütigen TED Talk stellt David Sedlak (am Beispiel Kaliforniens, einem stark von Dürre betroffenen Gebiet) die vier Elemente eines nachhaltigen Umgangs mit Wasser vor:

13. Dezember 2015

Nachhaltige Weihnachten

Das Verbraucherportal "Der Nachhaltige Warenkorb" des Rates für Nachhaltige Entwicklung hat Tipps für ein nachhaltiges Weihnachtsfest veröffentlicht. In der Pressemitteilung werden die folgenden zehn Punkte genannt:
1. Umweltfreundliches Flackern: Gemütlicher Kerzenschein klingt harmlos, aber Kerzen werden häufig aus Erdöl (Paraffin) oder Palmöl (Stearin) hergestellt. Und dafür werden Regenwälder gerodet. Eine gute Alternative sind Bienenwachskerzen. Kerzen aus nachhaltig produziertem Stearin sind auch okay.
2. Grüne Erleuchtung: Damit die Stromrechnung einem nach dem Fest nicht die Stimmung vermiest, vorher in LED-Lichtschmuck investieren. LED-Lampen verbrauchen bis zu 85 Prozent weniger Energie als die alten Lichterketten mit Glühbirnen. Die Lichter sollten am besten mit Ökostrom brennen.
3. Faire Versuchung: Schokoweihnachtsmann ist nicht gleich Schokoweihnachtsmann. Wer fair gehandelte Schokolade kauft, unterstützt die Kakaobauern und sorgt dafür, dass sie mit dem Anbau auch ihre Familie ernähren können. Einfach beim Einkauf nach dem Fairtrade-Siegel schauen.
4. Tschüss Konsumterror! Shoppen, shoppen, shoppen? Oder: Einfach keinen unnötigen Krempel schenken. Langlebige, persönliche Geschenke machen am meisten Freude – vielleicht findet man die im Second-Hand. Mindestens genauso wertvoll: geschenkte Zeit.
5. Den Förster von nebenan kennenlernen: Kein Baum ist auch keine Lösung. Statt gespritzter und schnell gewachsener Bäume von Plantagen lieber ungespritzte Fichten, Tannen oder Kiefern bei regionalen Forstbetrieben kaufen. Noch eine Stufe höher auf der Ökoleiter: Regionale Öko-Weihnachtsbäume mit Siegel kaufen (z. B. EU-Biosiegel, FSC, Bioland, Naturland).
6. Futter für Naschkatzen statt Lametta: Ein bisschen weniger Bling-Bling: Den Weihnachtsbaum mit selbst gebastelten Papiersternen und Zapfen aus dem Wald schmücken. Oder gleich auf essbare Weihnachtsdeko setzen: Selbst gebackene Plätzchen oder Lebkuchen, echte Äpfel, Fruchtringe oder Schokokringel aufhängen.
7. Bahn statt Brummbrumm: Familie und Freunde wohnen nicht unbedingt um die Ecke. Für den Weg zum Fest möglichst den Bus oder die Bahn nehmen - und einfach mal Autofasten. Jede Bahnfahrt erspart der Umwelt im Vergleich zur Fahrt mit dem Auto mehr als zwei Drittel des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Von Inlandsflügen ganz zu schweigen.
8. Festtagsmenü: klimafreundlich, nicht freudlos: Für den Festtagsschmaus Bio-Lebensmittel wählen. Noch besser ist's, wenn die noch aus der Region kommen. Am besten fürs Klima ist ein vegetarisches Menü. Wer nicht auf die Weihnachtsgans oder den Braten verzichten möchte, sollte nicht sparen, sondern ein paar Euro mehr ausgeben und ökologisch und regional erzeugtes Fleisch kaufen.
9. Kein Fest für die Tonne: Braten, Klöße, Plätzchen – nach dem Fest landen wertvolle und liebevoll zubereitete Lebensmittel häufig in der Tonne. Dagegen hilft: Weniger einkaufen, Reste abkühlen lassen und dann schnell in den Kühlschrank stellen, und am Tag danach Restemenüs zaubern. Weitere Möglichkeiten: Reste einfrieren oder Gästen als Gastgeschenk mitgeben.
10. Nix müssen: Das Weihnachtsfest sollte nicht zum Dauerstress ausarten. Auch nicht, weil das Fest auf Teufel komm raus ökologisch korrekt sein soll. Genießen. Pause machen. Innehalten. Sich selber und seinen Liebsten Zeit schenken.

4. Dezember 2015

Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit

Die "Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit" (www.va-bne.de) der Universität Bremen bietet 14 videobasierte Lehrveranstaltungen zu verschiedenen Themen rund um nachhaltige Entwicklung, die kostenfrei belegt und im Selbststudium bearbeitet werden können. Es handelt sich u.a. um folgende Themen:
  • Weltfinanzsystem und Nachhaltigkeit
  • Technik, Energie und Nachhaltigkeit
  • Menschliche Ernährung und ökologische Folgen
  • Weltbevölkerung und weltweite Migration
  • Sustainability Marketing
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Civic Ecology
  • Nachhaltige Entwicklung
  • Klimaschutz und Klimaanpassung 2.0
  • Nachhaltigkeit und Unternehmensführung

24. November 2015

Konsum und Nachhaltigkeit - Erklärfilm

Gestern ist ein neuer WissensWerte-Film erschienen. Er beschäftigt sich mit dem Thema „negative Externalitäten“. Die Produkte, die wir konsumieren, sind zu billig und verleiten uns so dazu, besonders viel zu kaufen. Damit werden Probleme wie Klimawandel, Artensterben, Umweltverschmutzung, Armut und Unterentwicklung verstärkt. Mehr Informationen zum Projekt WissensWerte finden Sie unter www.wissenswerte.e-politik.de

8. November 2015

Gut leben statt Wachstum und Entwicklung

Mit der Diskussion um décroissance bzw. Postwachstumsgesellschaft haben wir uns in diesem Blog schon mehrfach befasst (z.B. hier, hier und hier). Nun hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) das neue Buch von Barbara Muraca ins Programm aufgenommen. Der schmale Band mit dem Titel "Gut leben. Eine Gesellschaft jenseits des Wachstums" bietet einen gelungenen Überblick über das Thema und kann hier bestellt werden. Die Beschreibung auf der bpb-Website liest sich folgendermaßen:
"Volkswirtschaften sind an Wettbewerb und Wachstum ausgerichtet. Zugleich mehren sich die Anzeichen, dass zentrale globale Probleme sich ökonomischen Lösungen entziehen: Das gilt für Forderungen nach einem gerechten Umgang mit Gütern ebenso wie für Fragen des Umweltschutzes, der Nachhaltigkeit oder der Partizipation. Welche Wege führen aus der Krise, welche Konzepte versprechen ein gutes Leben für möglichst alle Menschen? Wie weit können, müssen oder wollen wir in bestehende Strukturen eingreifen? Die Philosophin Barbara Muraca verweist auf die weltweite Postwachstumsbewegung und zeigt eine Vielzahl teils utopisch anmutender Stellschrauben der Veränderung auf. Sie lassen sich mit Regionalisierung, Demokratisierung, Entschleunigung, Vergemeinschaftung, mit Nachhaltigkeit und Rückbesinnung umreißen. Das Buch wirft Fragen auf und regt zum Nachdenken an."

3. November 2015

Social Progress Index und die neuen Global Goals

Im September 2015 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDG = Sustainable Development Goals) verabschiedet, die bis 2030 erreicht werden sollen (siehe www.globalgoals.org). Sie lösen die Millennium-Entwicklungsziele ab (2001-2015). Michael Green setzt die Global Goals in Beziehung zu seinem Social Progress Index, der hier im Blog bereits vorgestellt wurde (siehe hier):

19. Mai 2015

Der nachhaltige Warenkorb

Heute hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung folgende Pressemitteilung veröffentlicht:
Klimaschutz im Einkaufswagen: App „Der Nachhaltige Warenkorb“ informiert über umweltbewusste Ernährung
Lebensmittel belasten die Umwelt. 1,5 Tonnen des Treibhausgases CO2 verursacht jeder Deutsche pro Jahr durch seine Ernährung. Doch mit wenigen Schritten lässt sich die eigene Klimabilanz erheblich verbessern. Wie das genau funktioniert, das erklärt der Einkaufsratgeber „Der Nachhaltige Warenkorb“ (www.nachhaltiger-warenkorb.de). Yvonne Zwick, wissenschaftliche Referentin beim Rat für Nachhaltige Entwicklung und unter anderem zuständig für das Thema nachhaltiger Konsum, hat die App mitentwickelt: „Jeder Vierte gibt an, nachhaltig einzukaufen. Die Realität in den Regalen sieht anders aus. Der Marktanteil von Bio-Produkten beträgt im Schnitt nur 3,5 Prozent; sie sind immer noch Nischenprodukte. Dabei können kleine Veränderungen bei unseren Einkaufsgewohnheiten viel bewirken.“
Die gesamte Pressemitteilung, die auch direkte Links zu den Apps umfasst (iPad, iPhone, Android, WindowsPhone), können Sie hier lesen...

3. Mai 2015

Wachstumsdebatte

Die Debatte um Wachstum, Fortschritt, Wohlstand und Nachhaltigkeit wurde hier im Blog immer wieder thematisiert. Vor kurzem hat Elisabeth von Thadden in der ZEIT vier aktuelle Buchbeiträge zu dieser Debatte in einem lesenswerten Beitrag vorgestellt: "Wachsen? Gedeihen!":
"Alle reden über Wachstum, diese drei sind schon weiter: Ein alter Bauer, ein junger Historiker und ein ehemaliger Minister suchen in ihren neuen Büchern nach Genügsamkeit, klugem Fortschritt und, alles in allem: Dem guten Leben."
Es handelt sich um die folgenden Bücher:
  • Wolfgang Schivelbusch, Das verzehrende Leben der Dinge. Versuch über die Konsumtion, Hanser Verlag, München 2015, 190 S., 19,90 €. 
  • Alberto Acosta, Buen vivir. Vom Recht auf ein gutes Leben, oekom verlag, München 2015, 208 S., 16,95 €.
  • Marcel Hänggi, Fortschrittsgeschichten. Für einen guten Umgang mit Technik, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 2015, 303 S., 12,99 €.
  • Pierre Rabhi, Glückliche Genügsamkeit, Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2015, 176 S., 18,00 €.

15. März 2015

Big Data und Nachhaltigkeit

Die aktuelle Ausgabe (APuZ 11-12/2015) der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de) befasst sich mit Big Data und enthält eine Reihe äußerst lesenswerter Aufsätze, allen voran einen Beitrag von Viktor Mayer-Schönberger, "Internet-Professor" in Oxford, mit dem Titel: "Was ist Big Data? Zur Beschleunigung des menschlichen Erkenntnisprozesses":
"Big Data ist also weniger eine neue Technologie denn eine neue oder jedenfalls signifikant verbesserte Methode der Erkenntnisgewinnung. Mit Big Data verbindet sich die Hoffnung, dass wir die Welt besser verstehen – und abgeleitet von diesem Verständnis bessere Entscheidungen treffen." (S. 14)
Mit eindrücklichen Beispielen schafft es der Autor, auf wenigen Seiten die wesentlichen Chancen und Risiken von Big Data zu verdeutlichen.

Ein weiterer Beitrag stammt von Rolf Kreibich und schlägt den Bogen zum Thema Nachhaltigkeit: Von Big zu Smart – zu Sustainable?:
"Die Konzepte von Big und Smart Data sollten sich hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Anwendungen den Zielen der Nachhaltigen Entwicklung unterordnen. Das ist bisher jedoch nicht erkennbar."